Seminarleiter und Referenten

Seminare

1. Seminar („wie du mir – Experiment auf zwei KanĂ€len“)
Helgard Haug, ist Autorin und Regisseurin und arbeitet allein und gemeinsam mit Daniel Wetzel und Stefan Kaegi unter dem Label Rimini Protokoll. Seit 2000 entwickelt sie auf der BĂŒhne, im Stadtraum und fĂŒr das Radio StĂŒcke, die neue Sichtweisen auf unsere Wirklichkeit eröffnen. So kopierte das Regietrio mit 200 Bonner BĂŒrgern eine ganze Bundestagssitzung: „Deutschland 2“. Sie inszenierten fĂŒnf Experten des mitteleuropĂ€ischen Todesarten zu „Deadline“ oder rekonstruierten den Bankrott der belgischen Fluglinie Sabena in BrĂŒssel mit „Sabenation – go home and follow the news“. Weiter entstanden zum Beispiel „Call Cutta in a Box“, ein aus einem indischen Call Centre live gefĂŒhrte TelefongesprĂ€ch, „100% Stadt“ eine gelebte Statistik-Anordnung fĂŒr 100 BĂŒrger*innen auf einer DrehbĂŒhne und „Hauptversammlung“, eine parasitĂ€re Intervention, anlĂ€sslich der AktionĂ€rsversammlung der Daimler AG, sowie „best before“, ein interaktives Videospiel fĂŒr 200 Theaterzuschauer und mit „Hausbesuch Europa“ lassen sie in privaten Wohnzimmern ein Spiel um das grĂ¶ĂŸte StĂŒck des Kuchens spielen und die Konferenzsimulation „Welt-Klimakonferenz“, in der Zuschauer*innen zu Delegierten wurden.

FĂŒr ihre Hörspielarbeiten wurden sie mehrfach ausgezeichnet: 2008 erhielten sie fĂŒr „Karl Marx: Das Kapital, Erster Band“ den Hörspielpreis der Kriegsblinden, „QualitĂ€tskontrolle oder warum ich die RĂ€uspertaste nicht drĂŒcke“ wurde Hörspiel des Monats 2014 und ausgezeichnet mit dem Hörspielpreis der ARD 2014, dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik 2014, sowie dem Hörbuchpreis der ARD 2015.

2. Seminar („SĂŒĂŸe Rache?“)
Maxi Obexer, Autorin von TheaterstĂŒcken, Hörspielen, Prosa und Essays und Hörspielen, wurde 1970 in Brixen, SĂŒdtirol / Italien geboren; sie lebt in Berlin. Obexer studierte Vergleichende Literaturwissenschaft, Philosophie und Theaterwissenschaft in Wien und Berlin. FĂŒr ihre vielfach politischen Werke erhielt sie zahlreiche Preise, u.a. den Robert Geisendörfer Preis 2016 fĂŒr das Hörspiel „Illegale Helfer“ (WDR), sowie den Potsdamer Theaterpreis 2017 fĂŒr das TheaterstĂŒck „Gehen und Bleiben“. Sie war Gastprofessorin u.a. an der Georgetown University in Washington DC., am Dartmouth College NH, an der UniversitĂ€t der KĂŒnste, Berlin, sowie am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. 2014 grĂŒndete sie das Neue Institut fĂŒr Dramatisches Schreiben, Nids. FĂŒr ihren Romanessay „Europas lĂ€ngster Sommer“ wurde Obexer fĂŒr den Bachmannpreis 2017 nominiert und 2018 als Hörspiel vom WDR realisiert.

3. Seminar („Akustische Spurensuche“)
Verena Guido
schloss ein klassisches Musikstudium mit dem Konzertexamen ab. Sie gestaltete als Komponistin, Liedtexterin, Akkordeonistin, Geigerin und SĂ€ngerin zahlreiche BĂŒhnenmusiken am Schauspiel Bonn, DĂŒsseldorf, Köln (Kölner Kinder- und Jugendtheaterpreis fĂŒr „Ellis Biest“, Comedia Köln, 2010) sowie auch an anderen Theatern im ganzen Bundesgebiet. Mehrfach konzipierte sie Programme fĂŒr Kinder im Rahmen der Kölner Reihe „Philharmonie im Veedel“ und war mit Ensembles wie „Ballhaus“ auf dem Literatur-Marathon im WDR 5 zu hören. Zunehmend arbeitet sie als Komponistin fĂŒr die Sparte Hörspiel, so u.a. fĂŒr „Marlow – Blue“ (WDR 2016), „Die Liebe sucht ein Zimmer“ (Radio Bremen 2017) und aktuell fĂŒr die 4-teilige Hörspielfassung von „Der nasse Fisch“ (Radio Bremen, RBB, WDR) nach dem Roman von Volker Kutscher, die im Oktober begleitend zu der Fernsehserie „Babylon Berlin“ bundesweit erscheinen wird. FĂŒr diese Produktion hat Verena Guido Songs geschrieben, die Schauspieler wie Meret Becker interpretieren werden, begleitet vom WDR-Funkhausorchester. Auf den ARD-Hörspieltagen in Karlsruhe ist sie regelmĂ€ĂŸiger Gast, so auch im Herbst 2018 als musikalische Leiterin fĂŒr die live-AuffĂŒhrung von „Moabit“, ebenfalls beruhend auf dem Stoff von Volker Kutscher.

4. Seminar („Emotionen im Hörspiel“)
Benjamin Quabeck
 ist Regisseur, Autor und Cutter und lebt mit seiner Familie in Berlin. 2001 verfilmte er seinen bei Goldmann verlegten Roman „Nichts Bereuen“ mit Daniel BrĂŒhl und Jessica Schwarz, die hierin ihr SpielfilmdebĂŒt gab. Der Film wurde unter anderem mit dem Nachwuchspreis der deutschen Filmkritik fĂŒr Regie und dem HypoVereinsbank Regieförderpreis bedacht. In seinem ebenfalls preisgekrönten zweiten Spielfilm „Verschwende Deine Jugend“ debĂŒtierte Christian Ulmen. Quabeck trat als Koproduzent von „Winterreise“ von Hans Steinbichler und „DrachenmĂ€dchen“ von Inigo Westmeier auf und inszenierte im Bereich Werbung Fernseh- und Kinospots, unter anderem fĂŒr One.org mit Bono. Er realisierte fĂŒr Teamworx die Serie „Unschuldig“, zeichnete bei den Kinodokumentarfilmen „Keep Surfing“, „DrachenmĂ€dchen“ und „Ins Ungewisse“ fĂŒr Schnitt und Buch verantwortlich und setzte 2016 fĂŒr die BBC als Cutter und Additional Voice Director „Revolting Rhymes“ von Roald Dahl um, der neben einer OSCAR-Nominierung unter anderem den Children’s BAFTA 2017 und einen Children’s EMMY Award fĂŒr 2018 erlangen konnte. Neben zahlreichen Hörspielproduktionen als Autor und Regisseur fĂŒr den WDR schneidet Benjamin Quabeck die Filme des AktionskĂŒnstlers John Bock, setzt crossmediale Inhalte wie „Wishlist“ und die Hörspielserie zu „Babylon Berlin“ fĂŒr die ARD um und entwickelt derzeit einen neuen Kinofilm mit der Rommel Film e.K nach einem Roman von Thomas Melle.

@wdr.de

5. Seminar („Rache am Hörspiel“)
Martina MĂŒller-Wallraf, arbeitet seit 1990 als Journalistin fĂŒr den WDR, seit Ende 1996 als Hörspieldramaturgin. Entwickelte und betreut avancierte und vielfach ausgezeichnete Sendestrecken fĂŒr Hörspiele und Radiokultur. Als Redakteurin und Produzentin verantwortlich fĂŒr zahlreiche Hörspielpreise, u.a. mit den Autoren Christoph Schlingensief, Schorsch Kamerun, Andreas Ammer und F.M. Einheit, Console, Paul Plamper und Rimini Protokoll. Seit September 2009 Leitung der WDR Hörspielredaktion.

 

Moderation

RenĂ© Aguigah, Jahrgang 1974, leitet gegenwĂ€rtig die Abteilung „Hintergrund Kultur und Politik bei Deutschlandradio Kultur. Nach dem Studium (Geschichte, Philosophie, Journalistik) arbeitete er als Redakteur erst bei WDR 3, dann bei der BĂŒcherzeitschrift „Literaturen“. Außerdem schrieb er fĂŒr verschiedene Kulturzeitschriften und Feuilletons (taz, FAZ, Kursbuch u.a.). Er lebt in Berlin

Vortragsprogramm

Friederike Funk ist Sozialpsychologin an der UniversitĂ€t zu Köln. Nach dem Studium an der UniversitĂ€t Koblenz-Landau hat sie an der Princeton University in den USA promoviert. Sie interessiert sich fĂŒr alltĂ€gliche PhĂ€nomene des Gerechtigkeitsempfindens (zum Beispiel StrafbedĂŒrfnis und Verzeihen) und erforscht soziale Kognitionsmechanismen der Reuewahrnehmung.

 

Britta Bannenberg ist Professorin fĂŒr Kriminologie, Jugendstrafrecht und Strafvollzug an der Justus-Liebig UniversitĂ€t Giessen. Ihre Arbeitsgebiete und Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich Korruption und WirtschaftskriminalitĂ€t – Ursachen, Strukturen, TĂ€ter, PrĂ€vention, Compliance-Systeme; GewaltkriminalitĂ€t und KriminalprĂ€vention, TĂ€ter-Opfer-Ausgleich; Gewalt an Schulen; sogenannte AmoklĂ€ufe und Bedrohungen insbesondere an Schulen; Fragen der PrĂ€vention und Eskalation von Gewalt in Paarbeziehungen; KriminalprĂ€vention in problematischen Stadtteilen; KriminalitĂ€t von Migranten und SpĂ€taussiedlern; Untersuchungen zu Ehrenmord und Zwangsheirat; wirksame kriminalprĂ€ventive Maßnahmen. Zahlreiche Veröffentlichungen s. https://www.uni-giessen.de/fbz/fb01/professuren-forschung/professuren/bannenberg/mitarbeiter/prof_leitung

 

Anja Silja ist eine weltbekannte OpernsÀngerin (Sopran). Sie wurde in Berlin geboren und begann bereits mit sechs Jahren mit dem Gesangsstudium. Mit zehn Jahren gab sie ihr erstes Konzert im Titania-Palast Berlin, dem dann viele weitere im In- und Ausland folgten.

Mit sechzehn Jahren begann ihre BĂŒhnenlaufbahn in Braunschweig mit Rollen wie Rosina/IL BARBIERE DI SIVIGLIA, Zerbinetta/ARIADNE AUF NAXOS und MicaĂ«la/ CARMEN. 1958 folgten das Staatstheater Stuttgart und die Oper Frankfurt. Von dort engagierte sie Wieland Wagner 1960 nach Bayreuth als Senta im FLIEGENDEN HOLLÄNDER. Bis zu seinem Tod sang sie dort und in fast all seinen Inszenierungen Europaweit nicht nur alle großen Wagner-Partien unter seiner Regie sondern auch Salome, Elektra, Fidelio, Othello, Lulu und Wozzeck.

In den letzten Jahren sang Anja Silja in Wien, ZĂŒrich, Barcelona, Berlin, Hamburg, New York, London, Paris, Aix-en-Provence und beim Glyndebourne Festival hauptsĂ€chlich die großen Frauenrollen von Leos Janacek wie die KĂŒsterin/JENUFA und Emilia Marty/DIE SACHE MAKROPULOS, fĂŒr deren Interpretation sie den Kritikerpreis des Jahres in England und den Grammy Schallplattenpreis gewann. Ortrud/LOHENGRIN, Amme/FRAU OHNE SCHATTEN und KlytĂ€mnestra/ELEKTRA gehören ebenfalls zu ihrem Repertoire wie auch die MĂšre Marie und Madame de Croissy/ DIALOGUES DES CARMÉLITES, die sie unter Riccardo Muti an der MailĂ€nder Scala sang. Mit James Levine und Pierre Boulez war sie im Jahr 2007 in New York, Boston und Aix-en-Provence mit ERWARTUNG und PIERROT LUNAIRE von Schönberg zu hören; außerdem sang sie ERWARTUNG mit Daniel Barenboim und der Staatskapelle Berlin beim Lucerne Festival und als Doppelvorstellung mit Robert Wilsons THE MURDER OF DEAFMAN GLANCE an der Staatsoper Unter den Linden. Große Erfolge feierte sie als Kostelnicka/JENUFA an der Metropolitan Opera New York und der MailĂ€nder Scala, als Herodias/ SALOME mit Marc Albrecht und dem Orchestre Philharmonique de Strasbourg in Straßburg und in der Salle Pleyel in Paris, mit PIQUE DAME an der Wiener Staatsoper und an der Komischen Oper Berlin, als Kabanicha/KATJA KABANOVA am Theater an der Wien und in HÄNSEL UND GRETEL am Covent Garden London und in Paris.

FĂŒr ihre Verdienste um Kunst und Kultur wurde Anja Silja mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Im MĂ€rz 2011 erhielt sie zudem den EuropĂ€ischen Kulturpreis.