Seminare

Seminar 1 „Unmögliche Begegnungen“ (Max. 8 Teilnehmer)
Leitung: Helgard Haug

Wer sollte sich begegnen – wird es aber nie? Wer sollte Zeuge, sparing partner oder Komplize des jeweils anderen werden – wird das aber immer ausschließen (mĂŒssen)? Wessen Logik sollte gegen die des anderen gestellt werden – um die eigene Position schĂ€rfer zu zeichnen?

Personen – durch alle Zeiten, Erfahrungs- und Wissenenswelten und ĂŒber alle Kontinente hinweg – sollen also miteinander in Kontakt kommen – in einer konstruierten, einer unmöglichen Begegnung.

In dem workshop sollen ‚unmögliche Begegnungen‘ konzipiert, eingefĂ€delt und umgesetzt werden.

Versucht werden soll Menschen, Gesprochenes, virtuell miteinander zu konfrontieren und im Schnitt dialogische Momente zu entwickeln, die nur durch den Schnitt möglich sind – wie zum Beispiel der Wechselgesang in unserem StĂŒck ‚miles&more‘ von Uwe Barschel und der Gattin von Shakespeares Richard II., beide im Garten.

Seminar 2 „ Schreiben ist Handeln“ (Max. 8 Teilnehmer)
Leitung: Maxi Obexer

Wie können wir mit den Mitteln der Kunst Haltung zeigen? Wo es doch darum geht, nicht die Moral und nicht die Botschaft zu vermitteln. Wo es darum gehen muss: ohne erhobenen Zeigefinger aufzuzeigen. Und darum, die RealitÀten selbst sprechen zu lassen.

Welche Mittel stehen uns zur VerfĂŒgung, wenn wir auf die Mittel der Kunst setzen? Auf den sprachlichen Ausdruck. Welches Zusammenspiel kann wirksam werden im Hörspiel?

Seminar 3 „Audio-Technik als Gestaltungsmittel fĂŒr Hörspiel und Feature-Projekte“ (Max. 8 Teilnehmer)
Leitung: Benno MĂŒller vom Hofe

Am Anfang steht der Text, das Manuskript, die Projektidee.

Welche technischen Mittel sind nötig, um meine Projektidee akustische Wirklichkeit werden zu lassen?

Was sollte ich als Autor/ Produzent/ Regisseur selber wissen und beherrschen, was kann ich getrost den Audio Spezialisten ĂŒberlassen?

Der Workshop soll fertige Produktionen (gerne auch Eure eigenen) analysieren und technische ZusammenhĂ€nge deutlich machen. Des weiteren soll mit allen, in einem modernen Hörspielstudio zur VerfĂŒgung stehenden Mitteln, gearbeitet und experimentiert werden.

Seminar 4 „Gerade krumm“ (Max. 8 Teilnehmer)
Leitung: Benjamin Quabeck

Inszenierung im Hörspielstudio auf Wegen abseits vom Textpult,
auf der Suche nach inszenatorischer Freiheit , Direktheit und Realismus
– ein Regieworkshop zum Austesten der Grenzen akustischer Abbildung

Wir werden am ersten Tag kurze Szenen ausarbeiten, die die Workshopteilnehmer am zweiten Tag mit einem Schauspieler/ Sprecher selbstÀndig inszenieren
(eventuelle weitere Rollen werden von den Teilnehmern selbst ĂŒbernommen). Vom KĂŒchendialog bis zur SchlĂ€gerei, von der Autofahrt bis zum Spaziergang in der einsamen Natur,
im Studio oder im schalltoten Raum ist fast alles möglich. Der Fokus liegt auf der UnterstĂŒtzung des Spiels durch Bewegung im Raum
und auf den unvermeidbaren Konflikten mit der technischen Realisierbarkeit.

Seminar 5 „Können – wollen – mĂŒssen“ (Max. 10 Teilnehmer)
Leitung:  Martina MĂŒller-Wallraf

Und da ist sie wieder, die alte, lĂ€stige Frage danach, ob Kunst ĂŒberhaupt Kritik und Kriterien vertrĂ€gt, was Kunst von Wulst unterscheidet oder von Dekor. Und noch schlimmer: Die Frage, ob Hörspiel und das, was wir hier treiben, ĂŒberhaupt Kunst ist oder einfach irgend so etwas Kultur-Transformatorisches. Aber auch (oder gerade), wenn wir diese Fragen einfach beiseite legen, können wir uns sinnvoll und anregend ĂŒber unsere Arbeiten unterhalten. Mich z.B. interessiert, ob ich im betrachteten, belauschten Gegenstand eine Haltung spĂŒre. Und ob die klug, sinnlich, rau genug ist, mit meiner eigenen in Dialog zu treten. Aber vielleicht seht Ihr das ja ganz anders.

(Jeder TeilnehmerIn bringt bitte mindestens eine Produktion mit, die wir besprechen.)